Dienstag, 13. Juni 2017

Volles Pfund aufs Maul

Was die Indiana Jones Filme immer auszeichneten waren die harten Faustkämpfe. Indy verteidigt sich durchaus gerne mit Faustfeuerwaffen gegen Nazis und Kultisten, aber wenn die Munition rar wird und die Waffe verloren geht, wird es persönlich und meist blutig. Wenn das Franchise versoftet wird, wird sich aber meist auf andere Aspekte der Filmreihe konzentriert. Fate of Atlantis ist ein klassisches Lucasarts-Adventure, Indiana Jones’ Greatest Adventures ein klassischer SNES-Plattformer und The infernal machine ein Tomb Raider-Lookalike. Aber ein Spiel schafft es doch den Nahkampf der Filme authentisch rüberzubringen.

Pow!
Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft schafft es diese Schlägereien originalgetreu umzusetzen: man kann sowohl mit einem rechten und linken Haken zuschlagen und durch die richtige Kombination mit anderen Tasten Kombos vom Stapel lassen. So kann man zum Beispiel Gegner schnappen und sie von einer Plattform in den Abgrund stoßen oder einen der menschlichen Feinde in den Schwitzkasten nehmen. Aber es bleibt nicht nur bei Fäusten, ein Großteil der Umgebung kann in den Kampf einbezogen werden, Stühle und Flaschen können als Armverlängerung benutzt werden um den Schurken noch ein stärkeres Kopftrauma zu bereiten. Schusswaffen, wie ein Maschinengewehr, Indys Trademarkrevolver und ein Panzerschreck, stehen auch zu Auswahl. Die KI der Gegner ist überraschend intelligent, aus der Hand geschlagene Pistolen heben sie wieder auf und sie werfen auch Handgranaten wieder zurück. So wird es im Laufe des Spieles teilweise nötig, dem Gegner die Pistole aus der Hand zu schlagen und diese dann sofort aufzuheben, um ihn so garantiert zu entwaffnen.


Pow!
Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft spielt sich wie ein klassisches Beat’em’up nur halt in 3-D. Noch dazu bringt es das Feeling der Schlägereien aus den Filmen originalgetreu hinüber. Wenn man einem Nazi die Pistole aus der Hand schlägt, ihn daraufhin mit der Peitsche zu sich zieht und ihn schlussendlich die Treppe hinunterstößt, während im Hintergrund John Williams Score trällert, kommt schon die Stimmung aus dem Boxkampf nahe dem Nurflüglers aus Raiders of the lost ark auf.





Montag, 12. Juni 2017

Ein paar Tage lang Indiana Jones

Raiders of the lost ark, 12. Juni 1981
Vor exakt 36 Jahren erschien Raiders of the lost ark in den Vereinigten Staaten und legte den Startpunkt für eine der besten Abenteuerfilmfranchises auf Erden. Und um diesen Umstand zu würdigen  gibt es hier auf „Kein Blog über Fisch“ ein paar Tage lang, jeden Tag, einen Artikel über irgendetwas, das mit Indiana Jones zu tun hat, sei es nun Indiana Jones Videospiele, Bücher oder Comics…

Zusätzlich möchte ich noch ein paar persönliche Worte über die fantastischen Abenteuer von Dr. Henry Jones verlieren. Obwohl ich heutzutage schon lange nicht mehr so ein Fanboy von Indiana Jones bin, wie einige Jahre zuvor, bedeuten mir die Filme, Videospiele, Bücher und Comics trotz simpler Handlung noch erstaunlich viel. Indiana Jones hat für mich immer eine besondere Itch gescracht (wie  man ja so schön im Englischen sagt), sei es nun das Gefühl des Alten und Verborgenen, das die Filme immer exzellent rüberbrachten oder die exotischen Locations, die übertriebene, schnelle Action, oder die eindimensionalen Bösewichte, die schon mal einem das Herz herausreißen können…
 
Neben der Tatsache, dass die Filme einfach gute Filme waren, rührte ein Großteil meiner Faszination mit Spielbergs Abenteuerfilmen von meinem schon damals vorhandenen Interesse mit Geschichte (was übrigens noch bis heute andauert) Die vermoderten Kreuzrittergrabstätten und unterirdischen Teufelskulten beflügelten dieses Interesse nur noch mehr. Und wer weiß hätte ich nicht Indys klassisches Zitat „Nazis…I hate these guys“ gehört, würde ich vielleicht in einem braunen Hemd gekleidet vor dem PC sitzen und positive Kommentare unter der AfD-Facebookseite schreiben…



Ich wünsche allen Lesen viel Spaß bei den folgenden Artikeln….!



Montag, 5. Juni 2017

In Schlangenlinien durch den Politdschungel

Es geschah einmal, dass ein Sturzbetrunkener aus seinem Stammlokal „Österreich den Österreichern“ stolperte und aus Versehen in den Politdschungel marschierte. Während er „Du bist das Land dem ich die Treue halte“ vor sich hin trällert trifft er auf eine Horde Ferkel mit ihrer Muttersau Hans Peter Haselsteiner. Eines der Ferkel trägt ein Nudelsieb auf dem Kopf, ein Anderes schleppt Fotos von Friedmann und Hayek bei sich mit. „Hick…wollt ihr mit mir…hick…noch mehr Profit machen?“ Die Ferkeln zögern und erwidern zaghaft „Lass mal sehen“ Der Betrunkene geht weiter. Er blickt auf, als er einen Schwarm an Krähen hört, die sich über ihm auf die Bäume gesetzt haben. Einige tragen Rosenkränze und Kreuzketten um ihren Hals. Der Betrunkene ruft: „Äh halllo…hick… ihr liebt doch euer Vaterland? Oder? Werdet ihr mir beistehen?“ Ein fescher Jungrabe mit nach hinten frisierten Kopffedern und abstehenden Ohren stoßt seinen ergrauten Kollegen zur Seite und kräht: „Jo, Bruder“ Der Betrunkene spaziert zufrieden in einem patriotischen Gang weiter.

Er zuckt etwas angeekelt von einer Gruppe Eidechsen zurück. Sie werfen den Jungeidechsen, die sich von ihnen abgespalten haben, böse Blicke zu. Eine hat Solarzellen auf ihren Rücken geschnallt, eine Andere hat einen Joint im Mund und einer trägt sogar die (repräsentative) Dschungelkrone. „Eh…hick…wie geht’s Kameraden?“ Zwei weibliche Eidechsen rasen hervor und starren den Säufer an. Dieser entschließt sich lieber weiterzugehen. Auf dem Weg weiter fällt er aber in eine Höhler. Es ist dunkel. Irgendwo hört man einen Piraten sein Holzbein über den Boden zerren. Der Betrunkene geht an einer Gruppe roter Kakadus vorbei, die schon zu lange in dieser Dunkelheit leben mussten und sich dem Wahnsinn hingegeben haben. Einer zitiert in seinem Wahn Passagen aus sowohl „Das Kapital“ als auch aus dem Necronomicon und ein Anderer versucht mit Hammer und Sichel als Kletterwerkzeuge aus dieser Höhle zu entkommen. Ein Kakadu mit durchgestrichenem Hakenkreuz T-Shirt sieht den Betrunkenen schief an, dieser geht lieber schnell weiter. Er trifft auf ein loderndes Feuer, Stronach und der Geist von Jörg Haider sitzen dort und grillen Weißwürste. Der Betrunkene fragt, wo denn der Ausgang seie. Stronach erklärt sich über das Feuer, dass sich aus hinterzogenem Geld und Populismus speist, gebeugt: „Dort lang“ Und der Säufer verlässt die abgeschiedene Höhle.


Draußen vor dem Ende des Dschungels trifft er auf ein Rudel Füchse. Ein Fuchs mit Pizza im Maul und wahrsagendem Sohn im Schlepptau fragt, was er denn wolle. Ein fettleibiger Fuchs mit weißem Schnurrbart erwidert: „Hoffentlich einen Spritzwein“ und lacht kräftig. Der Betrunkene fragt: „Wollt ihr…hick... für mich Solidarität, Menschenfreundlichkeit, Kapitalismusbeschränkungen und…hick… eure Werte aufgeben?“ Die Füchse blicken sich gegenseitig an und überlegen…

Freitag, 2. Juni 2017

Über Ksiii und Aussprache

Schon mal von dem vergessenen Klassiker Ksiii gehört? Na gut ich auch nicht. Außer das tolle XIII (sprich: 13) ist gemeint. Ubisoft machte 2003 den kleinen Fehler XIII mit seinem Namen in lateinischen Buchstaben (was aber der Comicvorlage geschuldet war) zu veröffentlichen, der Name des in Vergessenheit geratenen Shooters wird bis heute prompt Ksiii ausgesprochen.

Ksiii aka XIII
Dieses Phänoment tritt durchaus öfters im deutschsprachigen Raum auf: sei es nun wenn jemand Tomb Raider Tomp Raider ausspricht oder wenn die Worte Dus Exc für Ion Storms Deus Ex benutzt werden. Englische Wörter sind schwierig auszusprechen. Ich frag mich nur, wie manche Leute bei Anachronox und Call of Cthulhu: Dark corners of the earth verzweifeln mussten. Zwar ist solch eine falsche Aussprache per se eigentlich kein großes Kapitalverbrechen, aber beim Kauf kann das schon mal zum Problem werden. Ein Gamestopmitarbeiter würde schon etwas verdutzt dreinschauen, wenn ein Kunde Quark verlangt aber eigentlich IDs Quake will.


Ein satirischer Photoshop  aus der Spielegrafik von Quakeund Enten
Publisher haben teilweise auf dieses Problem mit der Namensänderung im deutschen Raum reagiert. Da wird aus Thief: The Dark Project schon einmal Dark Project: Der Meisterdieb, wenn der gemeine Bürger lieber Dtief sagt. Teilweise nimmt das sogar groteske Formen an, wenn der Untertitel eines Filmes einfach die deutsche Übersetzung des Haupttitels ist (passiert bei The Village: das Dorf) Auch wird für den Massenmarkt auch gerne mal ein vertiefender Untertitel genutzt, wie zum Beispiel Prometheus: Dunkle Zeichen. Das nimmt aber natürlich die Schönheit und Wucht des simplen Titels Prometheus heraus.



Mittwoch, 31. Mai 2017

Delve deeper

Rogue
Ein Dungeon Crawler (wie hier schon ausgeführt) ist ein auf Kämpfe fokusiertes Rollenspiel, was ursprünglich aus Pen&Paper-Rollenspielen entstanden. Darkest Dungeon, Legend of Grimrock, Crawl und Ultima: Underworld sind ein paar Spiele. Aber was ist wenn man Dungeon Crawling mit dem Konzept eines Rogue-Likes kombiniert? Rogue. Also dem allerersten Roguelike (ist Rogue überhaupt ein Roguelike, das ganze Genre ist ja nach diesem Spiel bekannt. Wäre es nicht passender Rogue zum Genre Rogue zu zählen…?) Und was wenn man zu dieser Idee noch eine Brise Ultima: Underworld und echte 3-D Grafik dazu gibt? Delver.



Obwohl sich Delver noch immer im Early Access befindet (auf Steam seit 2013 (!)) ist es schon problemlos durchspielbar und durchaus faszinierend. Man beginnt an einem kleinem Lagerfeuer und bahnt sich nachdem man sich schnell Ausrüstung wie Schwerter, Zauberstäube und Schilde beschafft hat einen Weg durch die Höhler, Ruinen und…ehm…Abwasserkanälen einer vergessenen, unterirdischen Stadt auf der Suche nach einer magischen Kugel. Ähnlich wie die meisten anderen Roguelikes hat Delver keine Geschichte, die über den Setup hinausgeht. Dafür schafft es die Levels doch recht unterschiedlich von einander anzufühlen lassen. Das liegt einerseits an der Fülle an möglichen Räumen aber auch an den Geheimgängen und Teleportern, die die Level verbundener wirken lassen. Und ähnlich wie andere Roguelikes stirbt man öfters. Überraschend. Weil man von einer Fledermaus totgebissen wird. Weil man aus Versehen in einen See aus Lava fällt. Oder weil man aus Versehen einen  Gifttrank trinkt. Better luck next life.





Sonntag, 28. Mai 2017

Plädoyer gegen Hass

Europäische Ideale
die AfD gibt sich wieder populistischen Neigungen hin
"Islam doesn’t promote violence or peace, it’s a religion. Like every other religion in the world it depends on what you bring to it. If you’re a violent person your Islam, Judaism, Christianity or Hinduism is going to be violent." - Reza Aslan

Ich bin ein Atheist. Das liegt einerseits daran, dass ich nicht an das Konzept eines „Gottes“ glaube anderseits auch daran wie schädlich Religion sich im Lauf der Menschheitsgeschichte herausgestellt hat, sei es nun die multiplen Kreuzzüge und Djihads, Unterdrückung der Bauern im Feudalismus oder die Zwangsmissionierungen in Amerika. Natürlich haben Religionen durchaus einige negative Aspekte, aber wer aber daran Gefallen findet, darf natürlich seine Religion auch ausüben, so steht es schon in den Europäischen Menschrechtskonvention von 1950 geschrieben: Jedermann hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit

Im Moment führt der sogenannte Islamische Staat einen blutigen Krieg in Irak und Syrien gegen sowohl das syrisches Regime als auch gegen syrische Freiheitskämpfer. Der IS hatte es geschafft sich in dem aufkeimenden, syrischen Bürgerkrieg Land und (teils sogar ausländische) Unterstützung (aus Katar und Individuen aus Saudi-Arabien) zu sichern. Der IS ist eine Folgereaktion auf die Einmischung des Westen in dem Nahen Osten, sei es nun mit dem Irakkrieg oder der Zerstückelung des arabischen Raumes in verschiedene Kolonien mit dem Skyes-Picot-Abkommen. Im Westen ist der IS wohl am Meisten aufgrund seiner grausamen Anschläge verhasst, dessen Mitglieder werden polizeilich verfolgt und die Symbolik des IS ist nahezu flächendeckend verboten. Doch obwohl teils führende Religiöse des Islam die Machenschaften dieser Islamisten verurteilen (der Großmufti Saudi Arabiens nannte den IS „Feind Nummer 1 des Islam“) wird hier im Westen teilweise die Stimme laut, alle Muslime wären dem IS sympathisierend gestimmt und der Islam im Generellen sei dafür verantwortlich (teilweise artet das sogar in irre Verschwörungstheorien aus)



Islamisten legen den Koran radikal, wörtlich aber auch ihren eigenen Zielen fördernd aus, während gemäßigtere Muslime den Koran mit Blick auf historische Gegebenheiten auslegen (in etwa ungefähr vergleichbar mit der fundamentalistischen Auslegung des Alten Testaments, hierbei noch interessant: ein Artikel über die Auslegung dieser heiligen Schrift) Natürlich ist der Islam (und Religion auch im Generellen) kritisierungswürdig, aber man darf nicht auf Gewalt mit Hass auf Unbeteiligte antworten. Sonst gewinnt der IS noch eines Tages, nicht mit einem militärischen Sieg, sondern mit der Zerstörung unserer europäischen Ideale…



Mittwoch, 24. Mai 2017

Klone und Aliens

 
Steven Spielberg war für drei grandiose Indiana-Jones-Filme voll mit Abenteuer und Action verantwortlich. Natürlich zieht so eine populäre Filmreihe Versoftungen nach sich. Fate of Atlantis  und The last crusade  ist wohl jedem Adventurefan noch ein Begriff, doch Lucasarts sollte auch neben Pointandclickadventures die Serie verarbeiten: sei es nun mit dem Beat ’em up Indiana Jones and the Emperor's Tomb, dem Plattformer Indiana Jones’ Greatest Adventure oder dem absurden Atair-puzzler Raiders of the lost ark zum erstem Kinofilm. Der peitschenschwingende Archäologe sollte aber auch in einem anderen, vergessenen Spiel die Hauptrolle spielen: Indiana Jones and the Infernal Machine.

Indiana Jones and the Infernal Machine ist wenn es mal nüchtern betrachtet ein Klon von Tomb Raider, das zum Releasezeitpunkt auf einer großen Beliebtheitswelle ritt. Außer einigen einzigartigen Items u


nd einem viel größeren Waffenarsenal (Indy läuft teilweise mit einem Panzerschreck herum und hat eine Elektropeitsche) unterscheidet sich Indiana Jones and the Infernal Machine gameplaymäßig nicht fundamental von Lara Croft. Allerdings handelt es sich um eine durchaus kompetente Kopie.
 

Was zu erst an Indiana Jones and the Infernal Machine überrascht ist, dass es, obwohl es 9 Jahre vor dem vierten Film erschien, sehr an diesen erinnerte. Ähnlich wie Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull vermengt Indiana Jones and the Infernal Machine antike Ruinen und Legenden mit Alientechnologie und Precursor-Verschwörungstheorien. Das funktioniert hier sogar besser als im vierten Film, da (obwohl das letzte Level schon äußerst bizarr ist) hier viel mehr Zeit in Minenschächten, alten Palästen und Ruinen verbracht wird, als im letzten Outing der Reihe. Außerdem gibt es hier keinen Shia LaBeouf. 

Sonntag, 21. Mai 2017

Der Queen die Zähne ziehen



1918 hat man in Österreich-Ungarn Karl I. von seinem absolutistischen Thron gekickt und die Monarchie abgeschafft. Aber nicht jedes Land hat sich diesen Luxus geleistet: Belgien, Schweden, das Vereinigte Königreich und noch viele andere stehen noch unter der Fuchtel eines Königs. Zum Glück hat man diesen von Gott ausgesendeten Herren großteils die Zähne gezogen: wirklich Macht hat kein Monarch mehr in Europa. Aber dann stellt sich die Frage: wenn die keine Macht haben, warum sind sie dann noch überhaupt noch da?

Monarchie ist wie ein Silvesterfeuerwerk über ein ganzes Jahr verteilt. Teuer, eigentlich amoralisch und unnötig. Nur, dass man sich freiwillig am Raketenabschießen beteiligen kann und nicht sein Steuergeld dafür verschwendet wird. Der Steuereintreiber geht nicht mit zwei Kübeln durch das Dorf, einer beschriftet mit „Steuergeld“, der andere mit „Steuergeld und der Cash für die Queen“ Wenn sich Carl XVI. Gustaf und Elisabeth II. über Patreon finanzieren würden, hätte wohl niemand ein Problem mit ihren königlichen Visagen.

Durch ihre Geburt sind Prinz und Prinzessin privilegiert. Ihre Hochzeiten werden im Fernsehen ausgestrahlt und die Hochzeit eines normalen Bürgers bekommt nicht einmal einen halben Absatz in einer Lokalzeitung. Ganz zu schweigen von den Unmengen an Geld, die an sie vererbt und ihnen auch vom Staat gegeben werden. Ungleichheit vor dem Gesetz ist auch wohl zu erwarten, aufgrund des königlichen Status.

200 Jahre nach der französischen  Revolution sitzen in Europa noch immer König und Herzog auf ihren Thronen. Dafür gibt es nur ein Motto: nur ein im Exil lebender Monarch ist ein guter Monarch. Was 1918 Österreich geschafft hat, sollten doch auch 2017 Länder wie Großbritannien und Norwegen auch schaffen.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Das fokusierte Ding aus einer anderen Welt

 John Carpenter. Einer von Hollywoods nischigsten und doch visionärsten Horrorfilm-Regisseuren. Verantwortlich für Filme wie Halloween, Sie leben und The thing from another world. Letzteres sollte sich als Kultklassiker in die Popkultur einbrennen wie kaum ein anderer Film. Basierend auf dem 1951er Schwarz-Weiß-Original und dem Uroriginal, der Kurzgeschichte Who goes there, erschuf Carpenter einen der bedrückendsten und fokussiertesten Horrorfilm aller Zeiten.

The things größte Stärke(neben der gelungenen Atmosphäre) ist sein Fokus und sein unbrechbares Gefühl für Pacing.  Keine Szene in The thing ist verschwendet. Nahezu jegliche Nebenhandlungen wurden entfernt oder werden nur kurz angedeutet. Der Blick der Handlung ist immer nach vorne gerichtet, trotz der eigentlich für die handelnden Figuren verwirrende und bedrohliche Lage werden Ereignisse kaum zusammengefasst, im Kontext des Films bleibt den Charakteren meist nicht genug Zeit zum Reflektieren.

Obwohl der Film satte 104 Minuten lang ist wird die Spannung durch gelungenes Pacing  nicht unterbrochen: Ruhepausen sowohl für die Filmfiguren als auch den Zuschauer werden für erneuten Spannungsaufbau und die Vertiefung der Beziehungen zwischen den Akteuren genutzt. The thing verliert sich nie in nebensächlichen Handlungssträngen und verliert so gut wie nie seinen Fokus auf Horror und Spannung.




Sonntag, 14. Mai 2017

Lest We Forget 1: Der spanische Bürgerkrieg


[Lest We Forget ist eine Serie über die furchtbaren Konflikte, die aber in Schule und Medien oft unangetastet bleiben]


Das 20te Jahrhundert war verfolgt von Bürgerkriegen, sei es nun in Russland, Deutschland, Österreich, Finnland, Italien. Auch in Spanien gab es einen Bürgerkrieg, der das Gesicht von Spanien bis in den heutigen Tag gestalten sollte und der in Intensität dem russischen Bürgerkrieg in Nichts nachstellen sollte.

Bis 1923 war Spanien eine Monarchie bis Alfonso der XIII. sein Amt niederlegte und General Primo de Rivera zum Militär-Diktator ernannte. Als die Große Depression Spanien besonders hart traf, legte Rivera sein Amt nieder und 1931 wurden Wahlen abgehalten. In Folge von erhöhten Spannungen zwischen dem linken und rechten Spektrum Spaniens, aufgrund von wirtschaftlichen Problemen, den Wunsch von Kataloniern und Basken nach Unabhängigkeit und Fragen von dem Einfluss katholischen Kirche, begann die Nationalistische Faktion eine militärische Rebellion.

Die Nationalisten/Konservativen konnten mit der Unterstützung von dem faschistischen Italien, Nazideutschland, dem diktatorischen Portugal und dem Vatikan die regierungstreuen Republikaner immer weiter in den Osten zurückdrängen. Die Republikaner, die aus Demokraten, Kommunisten, Sozialisten, baskischen- und katalonischen Nationalisten und Anarchisten bestanden und von Mexiko und der Sowjetunion unterstützt wurden, hatten mit innerparteilichen Konflikten zu kämpfen.

So wollten Kommunisten und Anarchisten bis zum letzten Mann Madrid verteidigen. Madrid war zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Jahre lang schon belagert worden. Kommunisten und Anarchisten wurden von den gemäßigteren Republikanern entmachtet und die innerparteiliche Revolution niedergeschlagen. Friedensverhandlungen, die der Anstoß für diesen innerparteilichen Aufstand war, mit den Nationalisten zeigten sich fruchtlos. General Franco verlangte eine bedingungslose Kapitulation. 1939 fiel schließlich Madrid, die Kämpfer legten ihre Waffen nieder und ergaben sich. Im Laufe des späteren, faschistischen Franco-Regimes wurde ein Großteil der republikanischen Verteidiger massakriert.


Kriegsgefangene
ein sowjetischer T-26 Panzer
Im Laufe des Krieges begannen beide Seiten Kriegsverbrechen gegen sowohl ihre Feinde als auch gegenüber der Zivilbevölkerung. Die Nationalisten bombardierten gnadenlos Großstädte, wie Madrid und Barcelona. Sympathisanten der Republikaner, baskische und katalonische Nationalisten und Lehrer (dies hatte mit dem Versuch die katholische Kirche aus der Schule zu vertreiben zu tun) standen auf der Tötungsliste der Nationalisten. 200 000 sind diesem Terror wohl zum Opfer gefallen. Die Republikaner ermordeten einerseits Priester, Nationalisten-Sympathisanten und feindlich gesinnte Industrielle aber auch sich gegenseitig. So töteten Pro-Sowjets Kommunisten Republikaner, unter ihnen auch Marxisten. 55 000 sind diesen Säuberungen wohl in republikanischen Gebieten zum Opfer gefallen.

Nachdem die Republikaner zerschlagen worden waren errichtete General Franco einen totalitären Staat und regierte bis 1975. 1982 war Spanien endlich wieder eine Demokratie geworden. Im Laufe der Herrschaft Francos hatte Spanien enorme, wirtschaftliche Schäden genommen, die bis heute Einfluss auf die Wirtschaft Spaniens haben. Aufgrund der Diktatur waren die enormen Kriegsverbrechen nie großflächig aufgearbeitet worden, eine Aufgabe die Spanien noch die nächsten Jahrzehnte beschäftigen wird.

Samstag, 13. Mai 2017

Österreichs-Volks-Fiasko: Hoffentlich eine kurze Angelegenheit

Die ÖVP hat nach Spindelegger auch noch den zweiten Vizekanzler und Parteiobmann in drei Jahren ausgebrannt. Mitterlehners Rücktrittsgrund waren die innerparteischen Spannungen und die wankende Regierungskoalition mit der SPÖ. Sebastian Kurz steht jetzt in den Startlöchern für den Posten des Parteiobmanns und Vizekanzlers, fordert aber Neuwahlen und weist das Angebot der Sozialdemokraten nach einer Reformpartnerschaft ab.

Django Unchained
Nachdem SPÖ und ÖVP in letzter Zeit schon öfters in letzter Zeit aufeinander losgegangen sind (man siehe sich dafür nur das absurde Rot-Grün-Manifest an) ist die Koalition mit dem vermutlichen 17. Parteiobmann Kurz wohl wirklich zerbrochen. Aber ist denn dieser Kurz überhaupt befähigt genug für diesen Job. Das durchaus, Kurz hat als Außenminister durchaus kompetent gearbeitet und mit seinem harten Standpunkt gegen die Errichtung einer Diktatur in der Türkei Rede von sich gemacht.  Allerdings hat er sich auch das hirnrissige Kopftuchverbot für den öffentlichen Dienst ausgedacht und als er den neoliberalen, mitte-rechts Politiker Emmanuel Macron zum Wahlsieg in Frankreich gratuliert hatte, die rechtspopulistische Front-Nationalchefin Marine Le Pen als „links“ bezeichnete (ich erwarte mich durchaus, dass einer von Österreichs führenden Spitzenpolitiker diesen Unterschied kapiert)


Hoffentlich kein Sinnbild für die nächste Wahl.
Anscheinend ist jetzt bald die lange anhaltende Rot-Schwarz-Koalition am Ende. Vielleicht ist das auch besser so, wenn man sich die letzten Streitigkeiten ansieht.  Fraglich ist natürlich worin die kommende Neuwahl resultieren würde. Sowohl Kern als auch Kurz haben doch großen Rückhalt aus der Bevölkerung. Aber im Moment könnte wohl die FPÖ die Situation bei einer Neuwahl am besten propagandistisch ausschlachten, was natürlich für jeden, der nicht-reaktionäre, sachliche Politik bevorzugt, eine traurige Sache ist. Für mich der den Sozialdemokraten recht positiv gegenübergestimmt ist (man hat´s ja bis jetzt sicher nicht gemerkt) wäre eine Links-Liberale-Koalition (SPÖ, Die Grünen, NEOS) wünschenswert, wird’s wohl aber nicht geben.


Mittwoch, 10. Mai 2017

Wake me up inside

Alan Wake
Remedy, die Entwickler von Max Payne, brachten 2010 Alan Wake und 2016 Quantum Break heraus. Beides grundverschiedene Spiele, das Eine eine Ode an die Horrorautor von Autoren wie Stephen King, Raymond Chandler, Lovecraft und Konsorten, das andere eine Actionspiel mit einer komplexen Geschichte über Zeitmanipulation. Aber gerade das Actionspiel (obwohl man fairerweise Alan Wake durchaus auch als Actionspiel bezeichnen kann) schafft es nahezu perfekt eine entscheidende Technik zu treffen: das Pacing.

In Alan Wake verbringt man trotz der spannenden und gut geschriebenen Geschichte überraschend viel Zeit in dunklen Wäldern. Gegner preschen aus den Baumreihen hervor und attackieren die titelgebende Figur mit Äxten und Kettensägen. Einige Zeit ist das durchaus spaßig, mit Taschenlampe, Leuchtpistole und Schrotflinte verteidigt man sich gegen die Schattenkreaturen aber nach einiger Zeit fängt das Gameplay an schleppend zu werden und man wünscht sich mehr Charakteraktionen und Storysequenzen herbei.
Quantum Break


In diesem Punkt schafft es Quantum Break Alan Wake zu übertrumpfen. Quantum Break ist nahezu perfekt gepaced, effektgeladene Shootouts folgen längere Storysequenzen (die wie in Alan Wake sehr gut geschrieben und ausgeführt sind) Wenn der Punkt erreicht ist wo einem die Exposition zu lange dauert wechselt das Spiel wieder zu hektischen Schus



swechseln und wenn das Gameplay wieder zu trist wird fängt die Story wieder an Fahrt aufzunehmen. Quantum Break schafft es anders als Alan Wake Geschichte und Gameplay in einem Videospiel wundervoll zu vereinen, sodass es sich weder wie ein klassischer Third-Person-Shooter anfühlt noch wie ein interaktiver Film anfühlt.

Sonntag, 7. Mai 2017

Die Aufgabe des Journalismus



„Das kommt ohnehin noch zum Chef!“ erwiderte Erwin Pröll, am 27. April, in einem Zib2-Interview Armin Wolf, als dieser ihn über seine Privatstiftung ausfragte. Daraufhin wurde Kritik an Armin Wolf und seinen Interviewstrategien, die ORF-Interviews wurden teilweise mit Verhören verglichen. Und dem ORF wurde vorgeworfen, die Interviews seien zu unangenehm für die Interviewten.


 „Das kommt ohnehin noch zum Chef!“ Erwin Pröll, 2017
Politiker sind meist gecoacht auf Standardfragen in einem Interview mit Standardantworten zu antworten. Es benötigt überraschende, investigative Fragen um solche Menschen aus ihrer geschulten Haltung herauszubringen. Befragte lieben es auch mit langen Monologen schwierigen Fragen aus dem Weg zu gehen, da hilft es dann nur noch stärker auf Antworten zu pochen!

Genau richtig so!, sage ich. Was ist denn die Aufgabe des Journalismus? Hinterfragen, aufdecken, auf Antworten pochen. Was wäre die andere Option: den Politikern eine Möglichkeit zu geben einfach ihr Wahlprogramm herunterzuratschen und die negativen Aspekte ihrer Politik außenvorzulassen. Anstatt anständige Journalisten für ihren aggressiveren „Verhörstil“ anzugreifen, sollten sich eher andere Journalisten da eine Scheibe abschneiden. Um George Orwell zu zitiren: "Journalismus druckt das ab, was jemand anderes nicht abgedruckt sehen möchte. Alles andere ist PR"